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Tag Archives: Nüdan

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – chinesischer und deutscher Text

Von Andrea Stocken

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er, von denen jedes im Original aus acht Versen à fünf Schriftzeichen besteht, beschreiben in bildhafter Weise den Prozess des menschlichen Daseins von vor der Geburt über die Geburt und den zu diesem Zeitpunkt einsetzenden „Verfall“ – wenn man nicht achtgibt, schwächen Sinneseindrücke, Gedanken, übermäßige Gefühle, in die man sich verstrickt, zunehmend die Lebenskraft – über Übungen, um den Alterungsprozess anzuhalten und umzukehren, bis hin zur Rückkehr in den Zustand des Einsseins. Dabei werden immer wieder die komplementären Gegensätze Yin und Yang angesprochen, z.B. Jade und Gold, Meeresgrund und Berggipfel, Regen und Donnerschlag, Mondhase und Sonnenrabe, Ruhe und Bewegung.

Lesen Sie dazu auch Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung. Read more »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung

Von Andrea Stocken

Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Sie ist so populär, dass sie auch als Romanfigur bei Jin Yong (金庸), dem Verfasser zahlreicher Kämpferromane (武侠小说 wuxia xiaoshuo) auftaucht. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Sowohl sie als auch ihr Mann begannen erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 50 Jahren, intensiv daoistische Übungen zu betreiben; Sun Bu’er soll, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann überholt haben. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, voll und ganz dem Studium und der Meditation widmete, sich also „nicht zweiteilte“. Read more »