Von Yulia Pohlmann und Uta Weigelt

Vom 7. bis 21. März 2014 findet wieder das Bookworm Literatur-Festival in Peking und anderen chinesischen Städten statt.

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Seit das Bookworm Literary Festival (Laoshuchong wenxuejie) 老书虫文学节, kurz BLF, vor acht Jahren zum ersten Mal in Peking stattfand, hat es sich von einer kleinen, nur Insidern bekannten Veranstaltung zu einem internationalen Ereignis gemausert. Von Anfang an war es Ziel der Organisatoren, nationale und internationale Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler zu einem Gedankenaustausch zusammenzuführen und ihre Werke und Ideen dem Publikum vorzustellen. Viele befassen sich mit Themen rund um Chinas Geschichte, Kultur, Ökonomie und Ökologie. Heute ist das Bookworm Literaturfestival ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens Pekings, ja Chinas. In diesem Jahr wird es mit 120 Beteiligten aus 25 verschiedenen Ländern größer sein als je zuvor. Unter ihnen sind der preisgekrönte, amerikanische Romanschriftsteller David Vann, der pakistanisch-kanadische Schriftsteller, Übersetzer und Essayist Musharraf Ali Farooqi sowie die haitianisch-kanadische Autorin Dany Laferreire. Auch der bekannte chinesische Romanautor Yan Lianke gibt sich die Ehre; Mai Jia stellt sein Buch Decoded vor, das im März in englischer Übersetzung erscheinen wird. Der isländische Autor und Dichter Sjón, der schon mit Björk zusammen-gearbeitet hat, Schottlands offizielle Nationale Dichterin Liz Lochhead und Xi Chuan, einer von Chinas einflussreichsten Dichtern sind nur drei von den vielen internationalen Dichtern, die aus ihrem Werk lesen und mit den Besuchern diskutieren werden.

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Im Bereich Sachliteratur bespricht der Brite Jonathan Fenby zwei seiner Titel: Will China Dominate the 21st Century? und The Siege of Tsingtao. Der Amerikaner Adam Minter stellt sein hochgepriesenes Buch Junkyard Planet vor. Im Rahmen des Lesungen zum Internationalen Frauentag stellt Leta Hong Fincher ihren in Kürze erscheinenden Titel Leftover Women: The Resurgence of Gender Inequality in China vor.

Darüber hinaus diskutieren Journalisten, Wissenschaftler und Schriftsteller aus Indien, Russland und dem Westen in verschie-denen Panels zu Themen wie Nachhaltigkeit, Zivilgesellschaft, Urbanisierung und Kunst. Während des Festivals haben die Besucher auch die Möglichkeit in Schreibwerkstätten an Schreib- und Übersetzungskursen teilzunehmen. Natürlich dürfen auch die kleinen Bücherwürmer nicht zu kurz kommen. Kinderbuchautoren und Illustrationen stellen in speziellen Veranstaltungen für die kleinsten Leser ihre Bücher und Hauptakteure vor.

Veranstaltungsorte des Bookworm Literary Festival sind neben den drei Bookworm-Cafes in Peking, Chengdu und Suzhou Hochschulen, Schulen und Buchhandlungen in Peking, Chengdu, Suzhou, Chongqing, Tianjin, Shanghai, Ningbo und – in diesem Jahr zum ersten Mal – auch in Kunming. Das Organisationsteam, das neben einigen Festangestellten aus vielen frei-willigen Helfern bestehlt, hat sich zum Ziel gesetzt, das Bookworm Literary Festival in den nächsten Jahren noch weiter zu vergrößern. Inzwischen hat es international schon so viel Anerkennung gewonnen, dass es in die Gruppe der Word Alliance aufgenommen worden ist und damit zu den acht wichtigsten Literaturfesten der Welt zählt.

Für diejenigen, die nicht dabei sein können, empfehlen wir einen Besuch auf der Webseite http://bookwormfestival.com, um sich einen Überblick über das Festival zu verschaffen.