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Tag Archives: Gedichte

Amtsgeschäfte oder Einsiedelei – Gedichte von Meng Haoran

von Andrea Stocken

Meng Haoran gehört zu den „großen“ Dichtern der Tang-Zeit (618-907 n.Chr.). Er lebte von 689/691 bis 740 und stammte aus Xiangyang im heutigen Hubei. Erst drei Jahre vor seinem Tod bekam er ein Amt, das er jedoch nur ein Jahr lang ausübte. 15 seiner 218 erhaltenen Gedichte finden sich in der berühmten Sammlung „300 Tang-Gedichte“.

In den folgenden sieben Gedichten offenbart sich Meng Haorans Ambivalenz: Großartige Naturschilderungen (Blick vom Pengli-See auf den Lu-Berg) wechseln sich ab mit banalem „Postkartenkitsch“ (Besteigung des Xianshou-Berges), manchmal beklagt sich der Dichter, dass er kein Amt hat und auch kein Geld, um als Privatier zu leben, dann wieder halten ihn seine Amtsgeschäfte davon ab, das ideale Leben eines Einsiedlers zu führen bzw. seine Zeit mit Freunden und Gleichgesinnten zu verbringen.

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Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – chinesischer und deutscher Text

Von Andrea Stocken

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er, von denen jedes im Original aus acht Versen à fünf Schriftzeichen besteht, beschreiben in bildhafter Weise den Prozess des menschlichen Daseins von vor der Geburt über die Geburt und den zu diesem Zeitpunkt einsetzenden „Verfall“ – wenn man nicht achtgibt, schwächen Sinneseindrücke, Gedanken, übermäßige Gefühle, in die man sich verstrickt, zunehmend die Lebenskraft – über Übungen, um den Alterungsprozess anzuhalten und umzukehren, bis hin zur Rückkehr in den Zustand des Einsseins. Dabei werden immer wieder die komplementären Gegensätze Yin und Yang angesprochen, z.B. Jade und Gold, Meeresgrund und Berggipfel, Regen und Donnerschlag, Mondhase und Sonnenrabe, Ruhe und Bewegung.

Lesen Sie dazu auch Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung. Read more »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung

Von Andrea Stocken

Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Sie ist so populär, dass sie auch als Romanfigur bei Jin Yong (金庸), dem Verfasser zahlreicher Kämpferromane (武侠小说 wuxia xiaoshuo) auftaucht. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Sowohl sie als auch ihr Mann begannen erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 50 Jahren, intensiv daoistische Übungen zu betreiben; Sun Bu’er soll, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann überholt haben. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, voll und ganz dem Studium und der Meditation widmete, sich also „nicht zweiteilte“. Read more »

„Der mich erkennt“ – Freundschaft, Wertschätzung und Seelenverwandtschaft im alten China

Von Andrea Stocken

Freundschaft

Das Lob der Freundschaft lässt sich in den alten Überlieferungen Chinas weit zurückverfolgen. Was Dichter und Weise einst über sie zu sagen wussten, ist manchem Gebildeten heute noch bekannt und findet Widerhall in freundschaftlichen Erfahrungen und Hoffnungen.
So preisen schon die im 2. Jahrhundert zusammengestellten „Lehrgespräche des Konfuzius“ Lunyu 論語 nicht nur das Lernen, sondern auch die Freundschaft, wenn sie mit den berühmten Worten beginnen: „Ist es nicht erfreulich, zu lernen und das Gelernte immer wieder zu üben? Ist es nicht erfreulich, Freunde zu haben, die von weither zu Besuch kommen? Ist der denn kein Edler, der nicht verbittert ist, auch wenn niemand ihn kennt?“
Wenn jemand einen langen Weg auf sich nimmt, um den anderen zu sehen, spricht das für große Wertschätzung: Es muss etwas geben, das beide stark aneinander bindet. Der dritte Satz ist ein Hinweis darauf, dass Konfuzius hier eben nicht an ein nutzorientiertes Beziehungsgeflecht denkt. Dem Edlen genügt es, sich den moralischen Standards entsprechend zu verhalten, die er gerne gelernt hat. Er wird sich nicht verbiegen, bloß um in der Welt vorwärts zu kommen. Viel wertvoller sind Freunde – mögen sie auch wenig zahlreich sein –, die einen so sehr schätzen, dass sie auch von weither zu Besuch kommen.
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Das chinesische Mondfest

Von Uta Weigelt

www.nipic.com

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Der Mond nimmt in der chinesischen Kultur eine so herausragende Rolle ein, dass ihm sogar ein Fest gewidmet ist, das Mittherbstfest, auch Mondfest genannt.

Da der Mond an diesem Tag besonders groß und hell erscheint, feiern die Chinesen das Mittherbstfest (Zhongqiujie 中秋节) traditionell am 15. Tag des achten Monats nach dem chinesischem Mondkalender. Nach dem gregorianischen Kalender fällt es in diesem Jahr auf den 19. September.

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