Von Sophia Zasche

Chunjie 春節, das chinesische Frühlingsfest oder Neujahr markiert das Ende des alten und den Beginn des neuen Jahres. Das Fest beginnt mit der sogenannten „Endzahn“-Zeit (weiya 尾牙) schon am 16. Tag des zwölften Monats des Mondkalenders, hat seinen Höhepunkt am letzten Abend des alten Jahres (Chuxi 除夕) und endet mit dem Laternenfest (Yuanxiaojie 元宵節) am 15. Tag des ersten Monats. Dadurch, dass die Termine durch den Mondkalender bestimmt sind, fällt das Fest jedes Jahr auf einen anderen Tag des gregorianischen Kalenders, meist jedoch in die Zeit von Ende Januar bis Anfang Februar. Die Ursprünge des Festes werden in einer Art Erntedank vermutet, denn das Wort für „Ernte“ (nian 年) war vor der Zhou-Dynastie (Mitte 11. Jahrtausend – 256 v. Chr.) gleichbedeutend mit „Jahr“. Gefeiert wird das Frühlingsfest in China, Taiwan, Hongkong und auch in anderen Ländern mit einer großen chinesischstämmigen Bevölkerung, z.B. Singapur oder Malaysia.

Nachdem ich Chunjie schon zweimal in China erleben durfte, hatte ich dieses Jahr das Glück, das chinesische Neujahr bei einer taiwanesischen Freundin und ihrer Familie zu verbringen. Gelernt habe ich dabei nicht nur viel darüber, wie das chinesische Neujahr heutzutage gefeiert wird, sondern im Gespräch mit den Großeltern fast ebenso viel über Bedeutung und Gebräuche des Festes früher.

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