Die WenWu-Zeitschrift ist entstanden, als wir uns nach jahrelanger gemeinsamer Übung in den chinesischen Kampfkünsten (武术 wushu) unseres schicksalhaften Zusammentreffens (缘分 yuanfen) bewusst wurden. Der Name der Wushu-Schule, die wir alle besuchen, drückt dies treffend aus: Sie heißt WuYuan-Schule und wird von Sun Jianguo und Caroline Roblitschka geleitet.

Als günstige Fügung begreifen wir unsere Freundschaft und unseren gemeinsamen Zugang zu Theorie und Praxis des Wushu und zu seinen kulturellen Wurzeln. Unser gemeinsames Sinologiestudium und verschiedene China-Aufenthalte haben uns zu einer tiefen und andauernden Auseinandersetzung mit der chinesischen Kultur angeregt. Das Wushu-Training eröffnet uns körperlich wie geistig immer wieder neue Wege.

Der Name WenWu drückt aus, was diese Zeitschrift ausmacht: das Interesse an der Kultur und den Kampfkünsten Chinas. In der chinesischen Tradition waren Pinsel und Schwert jeweils die sinnbildhaften Werkzeuge der „Kultur“(wen) und des „Kampfes“ (wu). Wen und wu, Pinsel und Schwert, Kultur und Kampfkunst sind nicht voneinander zu trennen. Wushu ist nicht verständlich ohne die chinesische Kultur, der es entstammt. Zu dieser Kultur wiederum bietet die Praxis des Wushu einen einzigartigen Zugang.

Die Kalligraphie „WenWu“ hat der Großmeister des Wushu Qiu Pixiang für uns geschrieben, dem wir an dieser Stelle hierfür unseren besonderen Dank ausdrücken wollen.

Auch danken wir allen, die uns immer wieder in vielfältiger Weise ihr Wissen und Können zur Verfügung stellen.
 
 

Irmgard Enzinger

Dr. Irmgard Enzinger

Dr. Irmgard Enzinger hat in München, Taipeh, Cambridge (U.K.) und Kiel Sinologie, Politologie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem philosophischen Kulturvergleich, mit besonderem Interesse an der Relation von Körper und Geist. In diesem Kontext steht auch ihre Dissertation „Ausdruck und Eindruck. Zum chinesischen Verständnis der Sinne“. Sie lehrt an Gymnasien und im Bereich der Hochbegabtenförderung die chinesische Sprache und an der VHS München chinesische Philosophie; seit 1996 übt sie unter der Anleitung von Sun Jianguo verschiedene Stile des Taijiquan.

Beiträge von Irmgard Enzinger

 
 

Heike Kraemer

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Dr. Heike Kraemer studierte Sinologie, Ethnologie und Deutsch als Fremdsprache in München, Shanghai und Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der zeitgenössischen und populären Kultur, sowie der Kunst und Architektur in China. Immer wieder verbrachte sie längere Zeit in China, wo sie Deutsch unterrichtete, Kunst- und Ausstellungsprojekte organisierte und für ihre Dissertation Between socialism and commerce: outdoor advertising in the People’s Republic of China, 1996-1999 recherchierte. Heike Kraemer ist Chinesischlehrerin, Redakteurin und Ausstellungsmacherin. Seit 1996 trainiert sie bei Sun Jianguo Wushu. www.heikekraemer.de

Beiträge von Heike Kraemer

 
 

Caroline Roblitschka

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Dr. Caroline Roblitschka ist Sinologin und Sportpädagogin. Sie studierte Sinologie, Japanologie und Politologie in München, Shanghai und Nagoya. Von 1991–1994 erhielt sie an der Pädagogischen Uni Shanghai (ECNU) eine Grundausbildung in Taijiquan. Seither trainiert sie Wushu wie Huaquan, Taijiquan, Baguazhang, Xingyiquan und Qigong. 1996 gründete sie mit Prof. Sun Jianguo die WuYuan-Schule für chinesische Kampfkünste, Taijiquan und Qigong in München. Ihr Forschungsgebiet umfasst vor allem kulturspezifische und philosophische Aspekte der chinesischen Kampfkünste. 2006 promovierte sie an der Sportuniversität Shanghai und erhielt als erste „Westlerin“ den Doktortitel im Fach Wushu. Ihre in chinesischer Sprache verfasste Doktorarbeit: „Eine kulturelle Perspektive auf die Kampfkünste: China und der Westen“ wird von der Sportuniversität Shanghai mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Im Wushu sind ihre Lehrmeister Prof. Sun Jianguo, ihr Doktorvater Prof. Qiu Pixiang von der Shanghaier Sportuniversität und Taiji-Großmeisterin Shi Xueqin, ehemals engste Schülerin der Taiji-Legenden Fu Zhongwen, Gu Liuxin und He Shaoru. Sie arbeitet als Trainerin für Taijiquan und Qigong an verschiedenen Institutionen in und um München und als Kampfrichterin für Wushu auf nationalen Wettkämpfen. Sie ist Trägerin des 6. Duan für Wushu.

Beiträge von Caroline Roblitschka

 
 

Anja Sommerer

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Anja Sommerer hat in München, Beijing und Shanghai Sinologie, Interkulturelle Kommunikation und Sozialpsychologie studiert und sich mit Forschungen zu moderner chinesischer Literatur mit Schwerpunkt auf autobiographischer Exilliteratur beschäftigt. Nach dem Studium absolvierte sie eine berufsbegleitende Ausbildung zum Projektmanager. Mit dem Taining begann sie 2000 an der WuYuan-Schule (Yang-Stil Taijiquan, Taiji Schwert, Pushhands sowie Chen-Stil Taijiquan als Hand- und Hellebardenform). Inzwischen trainiert sie an der Wushu Akademie Schweiz verschiedene Taiji Hand- sowie Schwert-, Säbel-, Stock- und Speerformen.

 
Beiträge von Anja Sommerer

 
 

Andrea Stocken


Dr. Andrea Stocken studierte in München Sinologie, Kunst und Archäologie Chinas, Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters, Literaturwissenschaft sowie die japanische Sprache. Wegen ihrer Vorliebe für klassisches Chinesisch, besonders für Texte von Zhuangzi und Laozi und für Gedichte der Tang-Zeit, verbrachte sie ihr Auslandsjahr 1993/94 in Taiwan, wo sie erstmals mit Taijiquan in Kontakt kam. Bei der Suche nach Texten über die Anlage von Gärten stieß sie auf das Xianqing ouji, „Vorübergehendes Verweilen müßiger Gefühle“, des Li Yu (1610–1680). Mit diesem Werk und seinem sehr vielseitigen Autor setzte sich Andrea Stocken in ihrer Dissertation Die Kunst der Wahrnehmung. Das Ästhetikkonzept des Li Yu (1610–1680) im Xianqing ouji im Zusammenhang von Leben und Werk auseinander. Seit 2002 arbeitet sie als Übersetzerin für Chinesisch und Japanisch. Aktuell beschäftigt sie sich vor allem mit Daoismus, Lebenspflege und chinesischer Medizin. Andrea Stocken ist Taijiquan-Schülerin bei Sun Jianguo und lernt dort verschiedene Hand- und Waffenformen sowohl des Yang- als auch des Chen-Stils. Seit 2002 übt sie zusätzlich Qigong (einzelne Organsysteme, 49-Meridian-System-Qigong, Zhineng-Qigong 1.–3. Stufe).

Beiträge von Andrea Stocken

 
 

Uta Weigelt

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Dr. Uta Weigelt studierte Ethnologie, Sinologie sowie chinesische Kunst und Archäologie in München und Taibei. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kunst, Kunsthandwerk sowie zeitgenössische und populäre Kultur Ost- und Südostasiens mit besonderem Schwerpunkt auf Lackkunst aus Birma (heute Myanmar) und China. In ihrer Dissertation arbeitete sie über den Indologen und Ethnologen Lucian Scherman (1864–1946) und das Münchner Museum für Völkerkunde. Von 2005 bis 2011 lebte sie zusammen mit ihrer Familie in China, zunächst für eineinhalb Jahre in Jining, Provinz Shandong, und ab Dezember 2006 in Changchun, Provinz Jilin. Sie arbeitet als Kuratorin, Gastrednerin, Redakteurin und Autorin. Seit 1996 trainiert sie Wushu, zunächst Shaolin Quan, dann Tajiquan (Yang-Stil-Taijiquan, Taiji-Schwert) sowie verschiedene Formen des Qigong.

Beiträge von Uta Weigelt