Von Irmgard Enzinger

Gesund ein hohes Alter zu erlangen, dieses Glück hat in China einen eigenen Namen: shou 壽, das Glück des langen Lebens. Die Symbolfigur des legendär hohen Alters, gewissermaßen eine Entsprechung zum biblischen Methusalem, heißt in China Peng Zu 彭祖. Wie Methusalem lebte auch Peng Zu in ferner Vergangenheit: „Er hatte gegen Ende der Yin-Dynastie ein Alter von siebenhundertsechzig Jahren erlangt, ohne hinfällig geworden zu sein“, weiß der berühmte Daoist Ge Hong 葛洪 (ca. 280–340) weit über tausend Jahre später über ihn zu berichten.

 

Pengzu Bart und Beule

Ge Hong, alias 抱朴子 Baopu Zi, d.h. der „Meister, der die Einfachheit umschließt“, widmete sich selbst intensiv dem Weg zum Glück des langen Lebens. Er bediente sich dabei allerlei alchemistischer Experimente sowie bestimmter Körper- und Meditationsübungen, die von sexuellen Praktiken bis hin zur Visualisierung von Gottheiten im Leibesinneren reichten. In Würdigung der Vorbilder, die in früheren Zeiten ein ungewöhnlich hohes Alter oder gar Unsterblichkeit erreicht hatten, verfasste er die „Biografien der Unsterblichen“ Shenxianzhuan 神仙傳. Dabei schrieb er auch Peng Zus Biografie nieder und ging insbesondere der interessanten Frage nach, mit welcher Methode, d.h. welchem „Dao“ 道, jener so alt hatte werden können.

Wie jeder seiner Leser wusste, übermitteln Unsterbliche und Menschen auf dem Weg zur Unsterblichkeit ihr Dao, wenn überhaupt, nur einigen Auserwählten. Die Biografie schildert einen solchen Moment der Übermittlung und macht damit den neugierigen Leser zum Miteingeweihten. Ebendiese Übermittlung allerdings erweist sich in Peng Zus Lebenserzählung als unheilvoller Wendepunkt, weil durch genau diesen Moment sein Geheimwissen in die Hände eines moralisch Unwürdigen geraten sollte. Gleichzeitig entsteht eine Begründung für Peng Zus Verschwinden, und die Frage, ob er letztlich zu einem echten Unsterblichen wurde, bleibt offen.

 

Peng Zu

(aus: Ge Hong: Biografien der Unsterblichen, Rolle 1, aus dem Chinesischen übersetzt von Irmgard Enzinger)

 

Peng Zu 彭祖 hieß mit Familiennamen Qian 錢 und trug den Namen Keng 鏗, er war ein Urur-Enkel des gottgleichen Herrschers Zhuanxu 顓頊. Er hatte gegen Ende der Yin-Dynastie ein Alter von siebenhundertsechzig Jahren erlangt, ohne hinfällig geworden zu sein. Er liebte in jungen Jahren die Ruhe und Gelassenheit, lief den Tendenzen seiner Zeit nicht hinterher, suchte nicht nach Ruhm und Ehre und legte keinen Wert auf schöne Kleider und elegante Fahrzeuge. Ihm ging es nur darum das Leben zu nähren und sich selbst zu kultivieren.

Letztlich behauptete er von sich nicht das Dao erlangt zu haben.

Als der König von Yin von Peng Zu hörte, ernannte er ihn zu einem hohen Würdenträger des Landes. Üblicher Weise schützte Peng Zu jedoch eine Krankheit vor und blieb um der Muße willen daheim. Er verstand sich hervorragend auf die Kunst sich mithilfe von Diätetik und von Daoyin-Qigong-Übungen zu kräftigen. Außerdem nahm er Cassia-Rinde sowie Glimmer und Hirschgeweih in gemahlener Form ein. Meistens zeigte er einen ausgeglichenen Gesichtsausdruck, er hatte ein ruhiges und gefasstes Wesen. Letztlich behauptete er von sich nicht das Dao erlangt zu haben. Er ließ sich zu keinen üblen Machenschaften hinreißen, betrieb keinerlei Verwandlungszauber und befasste sich auch nicht mit Geistern und Dämonen. In Stille und Zurückgezogenheit übte er sich im Nicht-Handeln (wu wei 無為).

 

pengzu neu
Ab und an nur begab er sich auf Reisen, wobei dann nie jemand Bescheid wusste, wohin er gegangen war. Man hielt nach ihm Ausschau, fand ihn aber letztlich nicht. Er besaß zwar Wagen und Pferd, fuhr aber kaum damit. Ob er nun einige hundert Tage oder einige Wochen weg war, nie hatte er sich zuvor mit Proviant eingedeckt. Wieder zu Hause, war an seiner Kleidung und seinem Essverhalten nichts anders als bei anderen Leuten. Oft hielt er den Atem an und atmete stattdessen in seinem Inneren weiter. Vom frühen Morgen bis zum Mittag saß er aufrecht und wachen Blicks, massierte sich den Körper, bewegte die Zunge im Mund, trank den Speichel und schluckte einige zehn Male Qi hinunter. Dann stand er auf und ging herum, sprach und lachte wie vorher.

 

Sein Herz war überall in seinem Leib präsent.

Wenn sich sein Leib einmal müde und schläfrig oder unwohl fühlte, dann machte er Daoyin-Qigong-Übungen und hielt den Atem an, um dieses Leiden zu bekämpfen. Sein Herz (d.h. sein Geist) war überall in seinem Leib präsent, der Kopf, das Gesicht, die neun Körperöffnungen, die fünf Speicherorgane und die vier Gliedmaßen bis hin zum Wachstum der Körperhärchen, alles wurde von seiner Absicht gelenkt. Er war sich des Qi-Flusses in seinem Körper, angefangen von Nase und Mund bis hin zu seinen Fingerspitzen, bewusst. Dabei strebte er nach Ausgeglichenheit und Harmonie.

Der König suchte Peng Zu einmal persönlich auf und stellte ihm Fragen, jener aber gab ihm keine Auskunft. Da ließ ihm der König kostbare Antiquitäten überreichen, einige zehntausend an der Zahl. Peng Zu nahm alles an, um es den Armen und Benachteiligten zu spenden, und behielt nicht das kleinste Bisschen für sich.

Damals gab es am Königshof eine Palastdame, die ebenso schon in jungen Jahren das Dao erlangt hatte und sich in den Methoden der Lebenspflege auskannte. Sie sah im Alter von zweihundertsiebzig Jahren aus wie eine Fünfzehn- oder Sechzehnjährige. Der König kümmerte sich um sie, baute ihr als Rückzugsort im Konkubinen-Palast eine prächtige Residenz und schmückte sie mit Gold und Jade.

 

Guqin-Spielerin 1
Dann ließ er die Palastdame mit einem kleinen verhangenen Wagen zu Peng Zu fahren, um ihn nach seinem Dao zu fragen. Die Palastdame verbeugte sich der Etikette gemäß und befragte Peng Zu nach der Kunst, die Jahre zu verlängern und die Langlebigkeit zu mehren.

Man darf nicht, bloß um die Gelegenheit auszunutzen, Flüge unternehmen.

Peng Zu sprach: „Wenn man die Reise hinauf zum Himmel durchführen und dort oben den Palast der Unsterblichen erbauen will, braucht man dazu Gold und Zinnober. Das ist etwas, was der Ursprüngliche Fürst der Großen Einheit einzunehmen pflegt und womit man bei hellichtem Tage in den Himmel aufsteigt. Dieses Dao ist allerdings so groß, dass auch ein Fürst oder König es nicht praktizieren könnte.

Das Zweitbeste besteht darin, sich sorgfältig um die Lebensessenz zu kümmern, die Geisteskräfte zu nähren und edle Unsterblichkeitskräuter einzunehmen. Man kann dadurch Langlebigkeit erlangen. Aber man darf nicht von Geistern und Dämonen Gebrauch machen. Und man darf nicht, bloß um die Gelegenheit auszunutzen, Flüge unternehmen. Und man muss sich mit dem Dao der (sexuellen) Vereinigung auskennen.

(…) Die Unsterblichen erheben sich manchmal in kerzengeradem Flug in die Wolken und fliegen ohne Flügel. Manchmal reiten sie auch auf Drachen in den Wolken (…), und manchmal verwandeln sie sich in Vögel und lassen sich auf den blauen Wolken treiben. Sie tauchen zuweilen durch Flüsse und Meere und umschweben auch manchmal die berühmten Berge. Mal ernähren sie sich vom Ursprünglichen Qi, mal essen sie Baumpilze.

Sie sind alle weit entfernt von den menschlichen Gefühlen und Beziehungen.

Zuweilen gehen sie unerkannt in der Menschenwelt ein und aus. Ein andermal verbergen sie ihre Körpergestalt unter ganz gewöhnlichen Leuten. Dann wächst ihnen eine seltsame knöcherne Erhebung im Gesicht, sie haben eigenartige Haare am Körper, empfinden ein besonderes Verlangen nach stillen, entlegenen Orten und nehmen nicht Anteil an den üblichen menschlichen Gepflogenheiten. Diese Gestalten gibt es tatsächlich.

 

仙人
Sie verfügen über eine solche Langlebigkeit, dass sie niemals sterben. Sie sind alle weit entfernt von den menschlichen Gefühlen und Beziehungen und wollen mit Pracht und Vergnügen nichts zu tun haben. So jemand ist dann wie ein Sperling, der sich in eine Kröte, oder wie ein Phönix, der sich in eine Muschel verwandelt hat: Er hat seine ursprüngliche, wahre Gestalt verloren, aber seine besonderen Fähigkeiten gleichwohl behalten. Solch eine Existenz können wir uns mit unserem gegenwärtigen, einfältigen Verstand gar nicht herbeisehnen.

Man möchte lange hier sein.

Das übliche Dao des Menschen befasst sich nämlich mit folgenden Dingen: Süßes und Fettes essen und sich in leichte, schöne Stoffe kleiden, (beim Sex) Yin und Yang verbinden, Ämter bekleiden, gut hören und klar sehen, feste und starke Knochen und Gelenke sowie eine gesunde Gesichtsfarbe haben, alt, aber dabei nicht hinfällig werden, die Lebenszeit verlängern und diese Welt lange sehen können. Man möchte lange hier sein. Kälte, Hitze, Wind und Feuchtigkeit sollen einem nichts anhaben, die Geister und Dämonen und all die Gespenster sollen einen nicht anzugreifen wagen, die fünferlei Waffen und hunderterlei Insekten sollen einem nicht nahe kommen. Gefühle von Trauer und Freude und die Frage von Schande oder Ruhm sollen einen nicht erschöpfen. Das also ist es, was dem Menschen als schätzenswert gilt.

Der Mensch kommt so zu seiner Lebenskraft, dass es ihm auch gelingen kann sie zu nähren, wenn er sich in den Künsten der Unsterblichkeit nicht auskennt. Er kann dann bis zu einhundertzwanzig Jahre alt werden. Die, denen das nicht glückt, haben alle ihre Lebenskraft geschädigt. Wenn man das Dao ein bisschen kennt, kann man zweihundertvierzig Jahre erlangen, und wer dabei noch weiter vordringt, kann es auf vierhundertachtzig Jahre bringen. Wer dieses Prinzip aber voll erfasst, kann es schaffen, nicht zu sterben, nur wird er dadurch noch kein Unsterblicher (xianren 仙人).

In Fragen, die Fahrzeuge und Kleidung betreffen, kenne man sein Genügen.

Der Weg, die Langlebigkeit zu nähren, besteht wiederum einfach nur darin, die Langlebigkeit nicht zu schädigen. So ist es etwa für den Leib günstig, ihn im Winter zu wärmen und im Sommer zu kühlen und mit dem Wechsel der Jahreszeiten im Einklang zu bleiben. Die Schönheit und Anmut der Frauen und ihre sanfte, vergnügliche Heiterkeit sollten nicht das Denken und Begehren aufstören, auf dass die geistigen Kräfte die Dinge ungehindert durchdringen können. In Fragen, die Fahrzeuge und Kleidung betreffen, kenne man sein Genügen und sei ohne Begehren, auf dass der Wille gesammelt bleibe. Die acht Musikinstrumente und fünferlei Farben sind dazu da, das Sehen und Hören zu erfreuen; man gebrauche sie, um das Herz anzuleiten.

All dies dient dazu, die Langlebigkeit zu nähren, und wer dies nicht bedenkt, wird wiederum Schaden erleiden. Die vollkommenen Menschen des Altertums fürchteten sich vor gering befähigten Leuten wegen ihrer Unverständigkeit. So reisten sie umher ohne Wiederkehr und entzogen sich auf diese Weise ganz ihrem Einfluss.

 

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Tausend Päckchen Arzneien einzunehmen ist nicht so gut wie alleine zu schlafen.

Daher gibt es die Redensart: „Als erstklassiger Edelmann schläft man in getrennten Betten, als mittelmäßiger mit eigener Bettdecke. Tausend Päckchen Arzneien einzunehmen ist nicht so gut wie alleine zu schlafen.“ Und es heißt auch: „Die fünferlei Farben blenden dem Menschen die Augen, die fünferlei Geschmacksrichtungen machen ihm den Mund schal. Nur wer die Sinnesöffnungen angemessen zu kontrollieren und ihre Durchlässigkeit zu regulieren beherrscht, wird keine Lebensjahre einbüßen und wird sie anstatt dessen mehren können.“

Bei allen körperlichen Angelegenheiten wie z.B. bei Nieren und Herz ist es so, dass sich ihre Überbeanspruchung schädigend auf die inneren Organe auswirkt. Wenn man nicht weiß, dass die Leitbahnen Schaden genommen haben, dass man ungenügend mit Blut und Qi versorgt ist, dass sich die innere Ordnung in Auflösung befindet, dass dem Gehirn Substanz fehlt und der Körper eine Vorerkrankung hat, dann muss nur etwas den Körper von außen angreifen, und schon braucht es nur Wind, Kälte, Alkohol oder Sex, damit Krankheiten zum Ausbruch kommen. Wenn man aber von der Wurzel her in Kraft und Fülle steht, wie sollte man da krank werden?

Mann und Frau vollenden einander, genau so, wie Himmel und Erde einander hervorbringen.

Allgemein gesprochen ist es so: Der Mensch nimmt Schaden durch zu weitschweifiges Denken und durch ein zu gutes Gedächtnis, durch Sorge und Hass, Kummer und Trauer, durch Lust und Freude im Übermaß, durch Ärger, der sich nicht mehr auflöst, durch die Angst Unglück zu erleiden, durch unzeitgemäße Kälte oder Wärme, oder wenn Yin und Yang nicht im Austausch stehen. Es gibt wirklich ungeheuer viel, was den Menschen schädigen kann. Hier allein die Sexualität verantwortlich zu machen, ist dann doch auch wieder irreführend. Mann und Frau vollenden einander, genau so, wie Himmel und Erde einander hervorbringen. Also lenke und nähre man die geistigen Kräfte und das Qi, auf dass der Mensch nicht seine innere Harmonie verliere. Weil Himmel und Erde das Dao der wechselseitigen Verbindung erlangt haben, sind sie nicht durch Endlichkeit begrenzt. Die Menschen haben das Dao der wechselseitigen Verbindung verloren, und daher erwartet sie ein vorzeitiges Ende. Wenn man aber all die schädlichen Dinge vermeiden und die Kunst von Yin und Yang erlangen kann, dann ist dies das Dao der Unsterblichkeit.

Himmel und Erde trennen sich tagsüber und vereinen sich nachts, in einem Jahr finden sie dreihundertsechzig Mal zusammen, und es kommt viermal vor, dass sie ihr Essenz-Qi harmonisieren. Daher können sie die zehntausend Dinge gebären und kennen kein Ende. Wenn sich der Mensch nach ihnen zu richten vermag, dann kann er Langlebigkeit erlangen.

Das Zweitbeste ist es, durch Hinunterschlucken von Qi das Dao zu erlangen, dass schrägläufiges Qi nicht eindringen kann. Das ist bei der Beherrschung des Leibes das Grundlegende und Wesentliche.

 

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Der Rest besteht aus den Methoden des Aus- und Einatmens und des Daoyin-Qigong (導引) und schließlich der Anrufung der zehntausend Gottheiten im Inneren des Körpers. Und es gibt die Visualisierung von Bildern, die im Körper bewahrt werden – davon gibt mehr als eintausend und siebenhundert Arten – und schließlich ist da noch die Ausrichtung des Kopfes gemäß der vier Jahreszeiten. Sich aber selbst zu anzuklagen, seine Fehler zu beichten oder auch besonders früh oder spät zu schlafen oder aufzustehen: All diese Praktiken sind kein wahres Dao; man kann sie aber Anfängern lehren, einfach nur um sie im Herzen geradezurücken. Wenn man sich sorgfältig um die Lebensessenz kümmert und den Leib nährt, Qi hinunterschluckt und den Körper verfeinert, dann können sich die zehntausend Lebensgottheiten im Leib selbst beschützen.

Wenn man ihnen das Dao mit tiefsinnigen Worten verkündet, dann können sie sich freilich nicht darauf einlassen.

Wenn man das aber nicht so macht, dann vertrocknen und erschöpfen sich das Blühende Qi und das Abwehr-Qi von selbst und die zehntausend Gottheiten sterben von selbst ab. Das ist nichts, was man herbeisehnen würde. Das Dao der Dummen besteht darin, nicht an der Wurzel der Sache anzusetzen, sondern ihren Zweigen nachzulaufen. Wenn man ihnen das Dao mit tiefsinnigen Worten verkündet, dann können sie sich freilich nicht darauf einlassen. Wenn sie Schriften zu sehen bekommen, die in aller gebotenen Kürze das Wesentliche benennen, dann halten sie diese für oberflächlich. Tag und Nacht verbeugen sie sich und ergehen sich in Rezitationen. Wenn sie einen anspruchsvollen Text wie den „Mittleren Klassiker der Nördlichen Gottheit der Höchsten Klarheit“ studieren, dann sind sie davon bloß vollkommen erschöpft und ziehen bis zu ihrem Lebensende keinen Gewinn daraus. Ist das nicht ein Jammer?

Und dann ist es ja so, dass sich die Menschen mit all den Härten des Lebens befassen müssen und es wiederum nur wenige gibt, die der Welt entsagen und als Einsiedler in den Bergen und Höhlen leben können. Verkündet man also gewöhnlichen Leuten die beste Art dem Dao zu folgen, wobei jene sie letztlich gar nicht umsetzen können, dann ist das auch nicht gerade im Sinne der Mitmenschlichkeit. Aber wenn man schon einmal das Dao der Sexualität und die Kunst den Atem anzuhalten kennt, wenn man sich mit dem Sinnieren und Grübeln zurückhält und in angemessener Weise trinkt und isst, dann kann man schon ein Dao erlangen und sich dann später noch weiter kultivieren.“

(…)

 

Siebzig Jahre später soll ihn jemand westlich der Treibsandwüste gesehen haben.

Die Palastdame hatte alles Wichtige vernommen und lehrte es den König, welcher es dann ausprobierte. Als sich bei ihm das Dao des Peng Zu als erfolgreich erwies, wollte der König, dass es ein Geheimnis bliebe. Und so befahl er alle im Lande, die das Dao des Peng Zu übertragen bekommen hatten, hinrichten zu lassen. Schließlich wollte er auch Peng Zu töten lassen. Als dieser davon hörte, ging er fort, keiner weiß wohin. Siebzig Jahre später soll ihn jemand westlich der Treibsandwüste gesehen haben.

Der König konnte Peng Zus Dao lange praktizieren und erlangte ein hohes Alter von dreihundert Jahren, in welchem er noch kräftig wie ein Fünfzigjähriger war. Doch dann verfiel er den dämonischen Sexkünsten einer Palastdame, und so starb der König, nur weil er sein Dao verloren hatte. Die Gerücht, das besagt, das Dao des Peng Zu würde Menschen umbringen, ist auf dieses Verbot des Königs es weiterzuverbreiten zurückzuführen. Als Peng Zu das Gebiet der Yin-Dynastie verließ, war er siebenhundertachtzig Jahre alt und hatte sein langes Leben nicht beendet.

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