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Jahr des Hundes

Das Jahr des Hundes wirft ein Licht auf den Wert von Freundschaft und Treue.»»

Gedichte über Amtsgeschäfte und Einsiedelei

Mit gewohnter Sprachgewandtheit bringt uns Andrea Stocken die Lyrik des tang-zeitlichen Dichters Meng Haoran nahe. » »

Acht Brokat-Übungen

Ein uraltes Übungssystem mit wohltuenden Wirkungen auf Körper und Geist »»

Prinzipien der Lebenspflege

Für jeden Monat Tipps zur Ernährung und Lebenspflege, um Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten. »»

Ausgewählte Taijiquan Bewegungen - Lanquewei

Lanquewei ‚Den Spatzenschwanz fangen‘ vereint vier grundlegende Taiji-Techniken und zählt zu den wichtigsten Taiji-Bewegungen. »»

Anmerkungen zu Taijiquan und Tuishou

Von Huang Kanghui

Für mich sind die Kampftechniken des traditionellen Taijiquan so etwas wie eine Schatzkarte.

Trainiert man beim Taijiquan sein Qi?

Das Qi zu trainieren ist wesentlicher Bestandteil traditioneller chinesischer Lebenspflege (yang sheng), die früher schon von Daoisten hoch geschätzt wurde. Taijiquan ist ein innerer Stil (neijiaquan), der auf dem Gedankengut des Yin und Yang beruht. Das Qi soll beim Üben des Taijiquan durch den ganzen Körper fließen, „wie eine Perle durch neunerlei Windungen rollen und bis in jeden noch so winzigen Bereich gelangen. “[1] Qi wird durch Gerades ernährt und nimmt dadurch keinen Schaden, Kraft wächst durch Windungen an und ist dadurch im Überfluss vorhanden.

Huang Kuanghui Copyright: Wushu-Akademie Schweiz

Huang Kuanghui
Copyright: Wushu-Akademie Schweiz

Laut Hong Junsheng (1907-1996) hat die Taiji-Koryphäe Chen Fake (1887-1957) immer Wert auf die natürliche Atmung gelegt und gesagt: „Die Körperbewegungen sollen fließend und harmonisch sein und das Qi sollte sich überall natürlich und frei ausbreiten können“. Darum sollten wir beim Taijiquan das Qi nicht willentlich bewegen, sondern darauf achten, natürlich zu atmen. Durch beständiges Üben wird man dies erlernen. Wenn man das Gefühl hat, dass Kraft und Qi nicht ausreichen, müssen die Atemzüge tiefer werden. Wenn man Qi bewusst bewegt und die Koordination von Bewegung und Atmung erzwingt, wird der Qi-Fluss nicht gelingen, sondern man wird im Gegenteil das Qi sogar blockieren. Dies ist für das Üben nicht förderlich und kann sich sogar negativ auf den Körper auswirken.

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Ausgewählte Taijiquan Bewegungen, Folge 2: Yunshou

Von Anja Sommerer und Caroline Roblitschka

Die runden Bewegungen der Arme erinnern an ziehende Wolken – fließend, leicht und anmutig
Eines der Grundprinzipien im Taijiquan ist der ruhige Geist. Der alltägliche geschäftige Gedankenfluss soll sich beruhigen und sich entspannt mit den Bewegungen des Körpers verbinden. Körper und Geist sollen eins werden.

Mit der Bewegung der Wolkenhände (Yunshou 云手) lässt sich die Fähigkeit, Körper und Geist zu verbinden, besonders gut üben. Denn die obere Hand nimmt den Blick mit sich fort und gibt ihn weiter an die zweite Hand, die ihn auf die andere Seite führt. Und dort, wo unser Geist und unser Bewusstsein hin führen, ist auch unser Blick als Ausdruck des Geistes. Durch die Bewegungen können sich Körper und Geist harmonisch ergänzen und zu einer inneren Ruhe gelangen. Unterstützt wird dies von einer tiefen und natürlichen Atmung.

Photo by Anita Ritenour

Photo by Anita Ritenour

Die Wolkenhände finden sich in (beinahe) jeder traditionellen Taiji-Form wieder, oftmals nicht nur ein Mal. Sie sind nach rechts und links ausführbar und je nach Stilart etwas unterschiedlich. Innerhalb der Form ist es manches Mal wie ein Innehalten und Ausruhen und die Wolkenhände können einem vor allem in langen Formen Anhaltspunkt dafür geben, wo man sich gerade in der Form befindet. Diese Bewegung gibt der Form durch ihren sich wiederholenden, beruhigenden Fluss gewissermaßen Struktur. Mehr lesen »

Kungfu als Kraftquell in China

Von Christiane Schmalzl

Drachentanzgruppe an der Universität Qingdao mit Christiane Schmalzl (2. v. links)

Drachentanzgruppe an der Universität Qingdao mit Christiane Schmalzl (2. v. links)

Kungfu ist mein Kraftquell in China. Das ist ein gewichtiger Satz, aber so ist es tatsächlich seit nunmehr 15 Jahren. Zum einen ist die Stadt Qingdao schon so lange zu meiner neuen Heimat geworden, zum anderen habe ich es in dieser Zeit mit Geduld, Ausdauer und endlosem Training geschafft mein Qi 气 zum Leben zu erwecken, mit jedem Training aufs Neue: im wahrsten Sinne ein Quell unerschöpflicher Kraft.
Leider steht meine persönliche Erfahrung im Widerspruch zur Kungfu-Trainingssituation im chinesischen Alltag, die sich eher als Trauerspiel bezeichnen lässt. Nicht nur mein Shifu (师父, Meister) ist darüber sehr unglücklich, denn die Bedingungen sind erbärmlich, sobald es ein wenig mehr sein soll als das morgendliche und abendliche Taijicao 太极操, das Taiji-Üben in öffentlichen Parks. Einen sehr idyllischen und faszinierenden Eindruck vermittelnd,ist das in erster Linie ein Nachahmen kungfu-ähnlicher Bewegungsformen, eine tolle Beschäftigung für zumeist Rentner und ältere Menschen, die sich auf diese Weise Gesundheit und jungen Geist bewahren. Die ältere Generation im Westen könnte sich daran ein Beispiel nehmen.
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Peng Zu, der chinesische Methusalem

Von Irmgard Enzinger

Gesund ein hohes Alter zu erlangen, dieses Glück hat in China einen eigenen Namen: shou 壽, das Glück des langen Lebens. Die Symbolfigur des legendär hohen Alters, gewissermaßen eine Entsprechung zum biblischen Methusalem, heißt in China Peng Zu 彭祖. Wie Methusalem lebte auch Peng Zu in ferner Vergangenheit: „Er hatte gegen Ende der Yin-Dynastie ein Alter von siebenhundertsechzig Jahren erlangt, ohne hinfällig geworden zu sein“, weiß der berühmte Daoist Ge Hong 葛洪 (ca. 280–340) weit über tausend Jahre später über ihn zu berichten.

 

Pengzu Bart und Beule

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Ausgewählte Taijiquan-Bewegungen, Folge 1: Danbian

Von Anja Sommerer und Caroline Roblitschka

Viele Bewegungen üben wir schon lange und immer wieder innerhalb der unterschiedlichen Formen und Stile. Betrachtet man die Bewegungen zur Abwechslung einmal einzeln mit etwas detaillierterem Wissen zu ihrem Namen, ihrem Ablauf und ihrer praktischen Anwendung, wird man bewusster trainieren. Und so wird man seinem Ziel ein Stückchen näher kommen, die Bewegungen innerlich gesammelt und äußerlich geschmeidig und ruhig, verwurzelt und doch im kontinuierlichen Fluss auszuüben. Hierzu möchte diese Auswahl Taiji-Trainierenden Hintergrundinformationen an die Hand geben und in jeder Folge eine Bewegung etwas genauer studieren.
„Der Meister führt dich zum Tor und lässt dich eintreten. (Das, was hinter dem Tor liegt, nämlich) die Vervollkommnung des eigenen Charakters (und die Perfektionierung der Kampfkunsttechnik) liegt an dir selbst.“ (shifu ling jin men, xiu xing zai ge ren 师傅领进门,修性在个人). Zu dieser Vervollkommnung gehört unter anderem mit Fleiß und Ausdauer zu üben, die Bereitschaft, „Bitternis zu essen“ (chi ku 吃苦) und uns auch unablässig weiterzubilden. Dies müssen wir also mitbringen, um uns im Training weiterzuentwickeln. Auf diese Weise werden wir irgendwann an den Punkt kommen, die Bewegungen intuitiv richtig zu machen, ohne uns daran zu erinnern, auf welchem Weg wir dorthin gekommen sind. „Wenn man den Fisch bekommen hat, vergisst man die Reuse“ (de yu wang quan 得鱼忘筌). Zur Kampfkunsttugend zhi 知 (Wissen) siehe auch Andrea Stocken: „Wissen und Erkenntnis im alten China“ in WenWu Ausgabe 1.2012.

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Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – chinesischer und deutscher Text

Von Andrea Stocken

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er, von denen jedes im Original aus acht Versen à fünf Schriftzeichen besteht, beschreiben in bildhafter Weise den Prozess des menschlichen Daseins von vor der Geburt über die Geburt und den zu diesem Zeitpunkt einsetzenden „Verfall“ – wenn man nicht achtgibt, schwächen Sinneseindrücke, Gedanken, übermäßige Gefühle, in die man sich verstrickt, zunehmend die Lebenskraft – über Übungen, um den Alterungsprozess anzuhalten und umzukehren, bis hin zur Rückkehr in den Zustand des Einsseins. Dabei werden immer wieder die komplementären Gegensätze Yin und Yang angesprochen, z.B. Jade und Gold, Meeresgrund und Berggipfel, Regen und Donnerschlag, Mondhase und Sonnenrabe, Ruhe und Bewegung.

Lesen Sie dazu auch Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung. Mehr lesen »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung

Von Andrea Stocken

Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Sie ist so populär, dass sie auch als Romanfigur bei Jin Yong (金庸), dem Verfasser zahlreicher Kämpferromane (武侠小说 wuxia xiaoshuo) auftaucht. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Sowohl sie als auch ihr Mann begannen erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 50 Jahren, intensiv daoistische Übungen zu betreiben; Sun Bu’er soll, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann überholt haben. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, voll und ganz dem Studium und der Meditation widmete, sich also „nicht zweiteilte“. Mehr lesen »

Dao Shi: Qigong im Wechsel der Jahreszeiten – Die Übungen des Chen Tuan

Von Irmgard Enzinger

Die bäuerliche Feldarbeit kann nur im Einklang mit der Natur und ihren Jahreszeiten Frucht bringen. Als Orientierungshilfe teilt der chinesische Bauernkalender daher das Jahr in 24 Klimaperioden ein:
Frühlingsbeginn lìchūn 立春, Regenwasser yǔshuǐ 雨水, Erwachen der Insekten jīngzhé 惊蛰, Frühlings-Tag- und Nachtgleiche chūnfēn 春分, Klares Leuchten qīngmíng 清明, Getreide-Regen gǔyǔ 谷雨, Sommerbeginn lìxià 立夏, Kleine Fülle xiǎomǎn 小满, Körner mit Grannen mángzhòng 芒种, Sommersonnenwende xiàzhì 夏至, Kleine Hitze xiǎoshǔ 小暑 , Große Hitze dàshǔ 大暑, Herbstbeginn lìqiū 立秋, Ende der Hitze chǔshǔ 处暑, Weißer Tau báilù 白露, Herbst-Tages- und Nachtgleiche qiūfēn 秋分 , Kalter Tau hán lù 寒露, Raureif fällt shuāngjiàng 霜降, Winterbeginn lìdōng 立冬, Kleiner Schnee xiǎoxuě 小雪, Große Schnee dàxuě 大雪, Wintersonnenwende dōngzhì 冬至, Kleine Kälte xiǎo hán 小寒 und Große Kälte dà hán 大寒.
Jede dieser Klimaperioden umfasst etwa vierzehn Tage, und ihre Datierung richtet sich nach dem Stand der Sonne.

Chen Tuan

Chen Tuan

Auch wir Menschen sind seelisch wie körperlich dem Wandel der Jahreszeiten unterworfen. Daher lehrt die chinesische Medizin, die Lebenskraft Qi 气 dem Jahreskreis entsprechend zu pflegen, indem man die Schlaf- und Essgewohnheiten nach ihnen ausrichtet.

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Unter dem Himmel gibt es Berge: Zum Jahr der Ziegen und Schafe

Von Irmgard Enzinger

Mit dem 18. Februar 2015 beginnt im chinesischen Mondkalender ein Jahr der Ziegen und Schafe. Denn beide, Schafe wie Ziegen, heißen auf Chinesisch yang 羊 und gehören zur gleichen Tierfamilie. Modern und biologisch gesprochen benennt das Zeichen yang 羊 innerhalb der Familie der Hornträger die gesamte Unterfamilie der ziegenartigen Tiere, und zu diesen zählen neben den Ziegen shanyang 山羊 eben auch alle Schafe mianyang 绵羊  und nicht zuletzt auch die Steinböcke yuanyang 羱羊.

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Hutong – von alten Gassen und neuen Bewohnern

Von Uta Weigelt

Als ich im Jahre 1988 zum ersten Mal durch Beijings Hutongs streifte, hatte ich schon nach wenigen hundert Metern vollends die Orientierung in dem Gewirr von engen Gassen verloren – nur dank meines kundigen Begleiters fand ich schließlich den Weg zu einem Arzt, der in einem kleinen Zimmer in einem typischen Beijinger Hofhaus (siheyuan 四合院) seine Praxis hatte.

Hutong-Siedlung in der Nähe des Glockenturms

Hutong-Siedlung in der Nähe des Glockenturms

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