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Acht Brokat-Übungen

Ein uraltes Übungssystem mit wohltuenden Wirkungen auf Körper und Geist »»

Duanwei - Prüfungssystem der chinesischen Kampfkünste

Alles Wissenswerte zum Duanwei System der chinesischen Kampfkünste »»

Anmerkungen zu Taiji Tuishou

Der Tuishou-Meister Huang Kanghui schreibt über wichtige Trainingsprinzipien des Taiji Tuishou. »»

Ausgewählte Taijiquan-Bewegungen, Folge 1: Danbian

Von Anja Sommerer und Caroline Roblitschka

Viele Bewegungen üben wir schon lange und immer wieder innerhalb der unterschiedlichen Formen und Stile. Betrachtet man die Bewegungen zur Abwechslung einmal einzeln mit etwas detaillierterem Wissen zu ihrem Namen, ihrem Ablauf und ihrer praktischen Anwendung, wird man bewusster trainieren. Und so wird man seinem Ziel ein Stückchen näher kommen, die Bewegungen innerlich gesammelt und äußerlich geschmeidig und ruhig, verwurzelt und doch im kontinuierlichen Fluss auszuüben. Hierzu möchte diese Auswahl Taiji-Trainierenden Hintergrundinformationen an die Hand geben und in jeder Folge eine Bewegung etwas genauer studieren.
„Der Meister führt dich zum Tor und lässt dich eintreten. (Das, was hinter dem Tor liegt, nämlich) die Vervollkommnung des eigenen Charakters (und die Perfektionierung der Kampfkunsttechnik) liegt an dir selbst.“ (shifu ling jin men, xiu xing zai ge ren 师傅领进门,修性在个人). Zu dieser Vervollkommnung gehört unter anderem mit Fleiß und Ausdauer zu üben, die Bereitschaft, „Bitternis zu essen“ (chi ku 吃苦) und uns auch unablässig weiterzubilden. Dies müssen wir also mitbringen, um uns im Training weiterzuentwickeln. Auf diese Weise werden wir irgendwann an den Punkt kommen, die Bewegungen intuitiv richtig zu machen, ohne uns daran zu erinnern, auf welchem Weg wir dorthin gekommen sind. „Wenn man den Fisch bekommen hat, vergisst man die Reuse“ (de yu wang quan 得鱼忘筌). Zur Kampfkunsttugend zhi 知 (Wissen) siehe auch Andrea Stocken: „Wissen und Erkenntnis im alten China“ in WenWu Ausgabe 1.2012.

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Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – chinesischer und deutscher Text

Von Andrea Stocken

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er, von denen jedes im Original aus acht Versen à fünf Schriftzeichen besteht, beschreiben in bildhafter Weise den Prozess des menschlichen Daseins von vor der Geburt über die Geburt und den zu diesem Zeitpunkt einsetzenden „Verfall“ – wenn man nicht achtgibt, schwächen Sinneseindrücke, Gedanken, übermäßige Gefühle, in die man sich verstrickt, zunehmend die Lebenskraft – über Übungen, um den Alterungsprozess anzuhalten und umzukehren, bis hin zur Rückkehr in den Zustand des Einsseins. Dabei werden immer wieder die komplementären Gegensätze Yin und Yang angesprochen, z.B. Jade und Gold, Meeresgrund und Berggipfel, Regen und Donnerschlag, Mondhase und Sonnenrabe, Ruhe und Bewegung.

Lesen Sie dazu auch Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung. Mehr lesen »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung

Von Andrea Stocken

Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Sie ist so populär, dass sie auch als Romanfigur bei Jin Yong (金庸), dem Verfasser zahlreicher Kämpferromane (武侠小说 wuxia xiaoshuo) auftaucht. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Sowohl sie als auch ihr Mann begannen erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 50 Jahren, intensiv daoistische Übungen zu betreiben; Sun Bu’er soll, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann überholt haben. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, voll und ganz dem Studium und der Meditation widmete, sich also „nicht zweiteilte“. Mehr lesen »

Dao Shi: Qigong im Wechsel der Jahreszeiten – Die Übungen des Chen Tuan

Von Irmgard Enzinger

Die bäuerliche Feldarbeit kann nur im Einklang mit der Natur und ihren Jahreszeiten Frucht bringen. Als Orientierungshilfe teilt der chinesische Bauernkalender daher das Jahr in 24 Klimaperioden ein:
Frühlingsbeginn lìchūn 立春, Regenwasser yǔshuǐ 雨水, Erwachen der Insekten jīngzhé 惊蛰, Frühlings-Tag- und Nachtgleiche chūnfēn 春分, Klares Leuchten qīngmíng 清明, Getreide-Regen gǔyǔ 谷雨, Sommerbeginn lìxià 立夏, Kleine Fülle xiǎomǎn 小满, Körner mit Grannen mángzhòng 芒种, Sommersonnenwende xiàzhì 夏至, Kleine Hitze xiǎoshǔ 小暑 , Große Hitze dàshǔ 大暑, Herbstbeginn lìqiū 立秋, Ende der Hitze chǔshǔ 处暑, Weißer Tau báilù 白露, Herbst-Tages- und Nachtgleiche qiūfēn 秋分 , Kalter Tau hán lù 寒露, Raureif fällt shuāngjiàng 霜降, Winterbeginn lìdōng 立冬, Kleiner Schnee xiǎoxuě 小雪, Große Schnee dàxuě 大雪, Wintersonnenwende dōngzhì 冬至, Kleine Kälte xiǎo hán 小寒 und Große Kälte dà hán 大寒.
Jede dieser Klimaperioden umfasst etwa vierzehn Tage, und ihre Datierung richtet sich nach dem Stand der Sonne.

Chen Tuan

Chen Tuan

Auch wir Menschen sind seelisch wie körperlich dem Wandel der Jahreszeiten unterworfen. Daher lehrt die chinesische Medizin, die Lebenskraft Qi 气 dem Jahreskreis entsprechend zu pflegen, indem man die Schlaf- und Essgewohnheiten nach ihnen ausrichtet.

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Unter dem Himmel gibt es Berge: Zum Jahr der Ziegen und Schafe

Von Irmgard Enzinger

Mit dem 18. Februar 2015 beginnt im chinesischen Mondkalender ein Jahr der Ziegen und Schafe. Denn beide, Schafe wie Ziegen, heißen auf Chinesisch yang 羊 und gehören zur gleichen Tierfamilie. Modern und biologisch gesprochen benennt das Zeichen yang 羊 innerhalb der Familie der Hornträger die gesamte Unterfamilie der ziegenartigen Tiere, und zu diesen zählen neben den Ziegen shanyang 山羊 eben auch alle Schafe mianyang 绵羊  und nicht zuletzt auch die Steinböcke yuanyang 羱羊.

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Hutong – von alten Gassen und neuen Bewohnern

Von Uta Weigelt

Als ich im Jahre 1988 zum ersten Mal durch Beijings Hutongs streifte, hatte ich schon nach wenigen hundert Metern vollends die Orientierung in dem Gewirr von engen Gassen verloren – nur dank meines kundigen Begleiters fand ich schließlich den Weg zu einem Arzt, der in einem kleinen Zimmer in einem typischen Beijinger Hofhaus (siheyuan 四合院) seine Praxis hatte.

Hutong-Siedlung in der Nähe des Glockenturms

Hutong-Siedlung in der Nähe des Glockenturms

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Die achtzehn Übungen des Zhuang Yuanming

Von Irmgard Enzinger

Die so genannten „Achtzehn Übungen“ (Liangong shiba fa 练功十八法) gehen auf den Shanghaier Arzt Zhuang Yuanming 庄元明 (1919–2013) zurück, der Schüler des berühmten Wushu-Meisters Wang Ziping 王子平 (1883-1973) war.

Wie sein Meister arbeitete Zhuang als traditioneller Arzt und war insbesondere im orthopädischen Bereich tätig. Nach ihm ist eine von ihm erfundene Tuina-Massagetechnik benannt. Am bekanntesten sind jedoch die von ihm entwickelten „Achtzehn Übungen“, welche er erstmals im Jahr 1972 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Mehr lesen »

Rätselsprüche und das Leben

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„Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig.“ Die Sphinx gab dieses Rätsel auf und all diejenigen, die die richtige Antwort nicht kannten, wurden verschlungen.
Sharon Small führt uns zu zwei Rätseln, die in dem daoistischen Werk Zhuangzi zu finden sind. Wer die Antwort nicht kennt, bleibt verschont, die Freunde aber, die die Antwort erkennen, brechen in herzliches Gelächter aus und erfreuen sich der Innigkeit ihrer Freundschaft. Der Schlüssel zu den Rätseln liegt genau in diesem Lachen und im Leben selbst.
Sharon Smalls Text in englischer Sprache bringt uns diese daoistischen Rätsel und ihre Lösung nahe.
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„Die Volksrepublik der Anmesie“

Von Heike Kraemer

Während meines ersten Studienjahres gingen in Peking und anderen Städten Chinas erst die Studenten und Studentinnen, dann viele Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung auf die Straße. In München verfolgten wir die Ereignisse erst mit Begeisterung, später mit Sorge und Unruhe und zum Schluss mit Entsetzen. In meinem persönlichen historischen Gedächtnis sind die Ereignisse auf dem Tiananmen-Platz am 4. Juni 1989 noch sehr nah. Aber es ist schon ein Vierteljahrhundert vergangen. Zum 25. Jahrestag hat die amerikanische Journalistin Louisa Lim das sehr berührende Buch The People’s Republic of Amnesia. Tiananmen Revisited veröffentlicht.

Louisa_Lim
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Ai Weiwei in Berlin

Von Heike Kraemer

Die Ausstellung Ai Weiwei – Evidence ist noch bis zum 7. Juli im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.
Ai Weiweis Arbeiten in dieser Ausstellung können als ästhetische Objekte wahrgenommen werden. Eine Halle voller hölzerner runder Hocker, die eine zweite Bodenebene mit ganz eigenem Muster bilden, und unter der die Beine der Hocker ein dichtes Stangengewirr formen. Verbogene Betonarmierungen aus Marmor, einfache Plastikkleiderbügel nachgebaut aus Bergkristall, Handschellen aus Jade, eine dreidimensional kartographisch schematisierte Inselgruppe aus Marmor, Flusskrebse aus Porzellan. Allerdings sind die Werke im Westen kaum zu verstehen ohne die Erklärungen und das Hintergrundwissen, das auf Texttafeln gegeben wird. Die politische Interpretation wird in den Texten gleich mitgeliefert und kann überall nachgelesen werden.

Vasen aus der Han-Dynastie (202 v. Chr. – 220 n. Chr.) und Autolack, ® Ai Weiwei

Vasen aus der Han-Dynastie (202 v. Chr. – 220 n. Chr.) und Autolack, ® Ai Weiwei

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