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Qigong

Acht Brokat-Übungen

Von Irmgard Enzinger

Ein berühmter Schatz der Lebenspflege sind die so genannten Acht Brokat-Übungen Baduanjin 八段锦, wörtlich „Achtteiliger Brokat“. Diese Übungen sind, so sagt ihr Name, schön und edel wie ein aus Seiden-, Gold- und Silberfäden gewebter Stoff, der, wenn man ihn entrollt, seine Eleganz in acht verschiedenen Abschnitten entfaltet. Dabei besteht diese Eleganz nicht in einer besonderen Komplexität der Bewegungen, nicht in gekonnten Verschnörkelungen, sondern in ihrer überzeugenden Schlichtheit.

Man kann diese Übungen zwanzig oder dreißig Minuten lang machen, aber auch schon zehn Minuten sind effektiv. Sie sind leicht zu erlernen, auch der Anfänger erfährt wohltuende Wirkungen auf Körper und Geist. Wer sie aber über längere Zeit regelmäßig praktiziert, wird sie auch als kostbar wie Brokat bezeichnen.

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„Die optimale Mitte ist ein sich bewegender Punkt.“ Markus Rupperts Buch hat das Zeug zum Standardwerk

Von Georg Patzer

Qigong-Ruppert

Um gleich beim Schluss anzufangen: So ein sensibles, präzises Buch hab ich noch selten gelesen, vielleicht noch nie. Ich weiß nicht, wie viel richtige Neulinge damit anfangen können, aber fortgeschrittene Anfänger werden es lieben. Und viel benutzen, hoffentlich.

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Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – chinesischer und deutscher Text

Von Andrea Stocken

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er, von denen jedes im Original aus acht Versen à fünf Schriftzeichen besteht, beschreiben in bildhafter Weise den Prozess des menschlichen Daseins von vor der Geburt über die Geburt und den zu diesem Zeitpunkt einsetzenden „Verfall“ – wenn man nicht achtgibt, schwächen Sinneseindrücke, Gedanken, übermäßige Gefühle, in die man sich verstrickt, zunehmend die Lebenskraft – über Übungen, um den Alterungsprozess anzuhalten und umzukehren, bis hin zur Rückkehr in den Zustand des Einsseins. Dabei werden immer wieder die komplementären Gegensätze Yin und Yang angesprochen, z.B. Jade und Gold, Meeresgrund und Berggipfel, Regen und Donnerschlag, Mondhase und Sonnenrabe, Ruhe und Bewegung.

Lesen Sie dazu auch Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung. Mehr lesen »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung

Von Andrea Stocken

Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Sie ist so populär, dass sie auch als Romanfigur bei Jin Yong (金庸), dem Verfasser zahlreicher Kämpferromane (武侠小说 wuxia xiaoshuo) auftaucht. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Sowohl sie als auch ihr Mann begannen erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 50 Jahren, intensiv daoistische Übungen zu betreiben; Sun Bu’er soll, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann überholt haben. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, voll und ganz dem Studium und der Meditation widmete, sich also „nicht zweiteilte“. Mehr lesen »

Dao Shi: Qigong im Wechsel der Jahreszeiten – Die Übungen des Chen Tuan

Von Irmgard Enzinger

Die bäuerliche Feldarbeit kann nur im Einklang mit der Natur und ihren Jahreszeiten Frucht bringen. Als Orientierungshilfe teilt der chinesische Bauernkalender daher das Jahr in 24 Klimaperioden ein:
Frühlingsbeginn lìchūn 立春, Regenwasser yǔshuǐ 雨水, Erwachen der Insekten jīngzhé 惊蛰, Frühlings-Tag- und Nachtgleiche chūnfēn 春分, Klares Leuchten qīngmíng 清明, Getreide-Regen gǔyǔ 谷雨, Sommerbeginn lìxià 立夏, Kleine Fülle xiǎomǎn 小满, Körner mit Grannen mángzhòng 芒种, Sommersonnenwende xiàzhì 夏至, Kleine Hitze xiǎoshǔ 小暑 , Große Hitze dàshǔ 大暑, Herbstbeginn lìqiū 立秋, Ende der Hitze chǔshǔ 处暑, Weißer Tau báilù 白露, Herbst-Tages- und Nachtgleiche qiūfēn 秋分 , Kalter Tau hán lù 寒露, Raureif fällt shuāngjiàng 霜降, Winterbeginn lìdōng 立冬, Kleiner Schnee xiǎoxuě 小雪, Große Schnee dàxuě 大雪, Wintersonnenwende dōngzhì 冬至, Kleine Kälte xiǎo hán 小寒 und Große Kälte dà hán 大寒.
Jede dieser Klimaperioden umfasst etwa vierzehn Tage, und ihre Datierung richtet sich nach dem Stand der Sonne.

Chen Tuan

Chen Tuan

Auch wir Menschen sind seelisch wie körperlich dem Wandel der Jahreszeiten unterworfen. Daher lehrt die chinesische Medizin, die Lebenskraft Qi 气 dem Jahreskreis entsprechend zu pflegen, indem man die Schlaf- und Essgewohnheiten nach ihnen ausrichtet.

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Die achtzehn Übungen des Zhuang Yuanming

Von Irmgard Enzinger

Die so genannten „Achtzehn Übungen“ (Liangong shiba fa 练功十八法) gehen auf den Shanghaier Arzt Zhuang Yuanming 庄元明 (1919–2013) zurück, der Schüler des berühmten Wushu-Meisters Wang Ziping 王子平 (1883-1973) war.

Wie sein Meister arbeitete Zhuang als traditioneller Arzt und war insbesondere im orthopädischen Bereich tätig. Nach ihm ist eine von ihm erfundene Tuina-Massagetechnik benannt. Am bekanntesten sind jedoch die von ihm entwickelten „Achtzehn Übungen“, welche er erstmals im Jahr 1972 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Mehr lesen »