Skip to Content

Kultur und Philosophie

Jahr des Hundes

Von Irmgard Enzinger

Am 16. Februar 2018 beginnt nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Hundes – genauer gesagt das Jahr 戊戌. Es ist ein Jahr des Erd-Hundes. Denn mit dem Himmelsstamm 戊 trifft nun das Erd-Element auf den „Hund“, das Tier, das im Volksmund für den Erdzweig 戌steht, welcher dieses Jahr regiert. Viele sagen, man dürfe nun ein recht gutes Jahr erwarten. Ein Hunde-Jahr soll sich übrigens für alle Tierkreiszeichen besonders gut zum Heiraten eignen, denn wer kann treuer sein als ein Hund? Mehr lesen »

Amtsgeschäfte oder Einsiedelei – Gedichte von Meng Haoran

von Andrea Stocken

Meng Haoran gehört zu den „großen“ Dichtern der Tang-Zeit (618-907 n.Chr.). Er lebte von 689/691 bis 740 und stammte aus Xiangyang im heutigen Hubei. Erst drei Jahre vor seinem Tod bekam er ein Amt, das er jedoch nur ein Jahr lang ausübte. 15 seiner 218 erhaltenen Gedichte finden sich in der berühmten Sammlung „300 Tang-Gedichte“.

In den folgenden sieben Gedichten offenbart sich Meng Haorans Ambivalenz: Großartige Naturschilderungen (Blick vom Pengli-See auf den Lu-Berg) wechseln sich ab mit banalem „Postkartenkitsch“ (Besteigung des Xianshou-Berges), manchmal beklagt sich der Dichter, dass er kein Amt hat und auch kein Geld, um als Privatier zu leben, dann wieder halten ihn seine Amtsgeschäfte davon ab, das ideale Leben eines Einsiedlers zu führen bzw. seine Zeit mit Freunden und Gleichgesinnten zu verbringen.

Mehr lesen »

Das Jahr des Hahns

Von Irmgard Enzinger

Seit dem 28. Januar 2017 befinden wir uns nach dem traditionellen chinesischen Kalender im Jahr ding you 丁酉. Es ist ein Jahr des Hahns, denn das Tierkreiszeichen „Hahn“ entspricht im Mondkalender dem Erdzweig you 酉. Speziell handelt es sich in diesem Jahr um einen „Feuer“-Hahn, huoji 火鸡, denn der Himmelsstamm ding 丁 wird auch als „Yin-Feuer“ verstanden.

Was kann man sich unter einem Hahnen-Jahr vorstellten? Was sagen die alten chinesischen Konzepte und Schriften über den Erdzweig you aus? Welche Themen rücken sie in den Vordergrund? Und lassen sich daraus Einsichten gewinnen, damit dieses Jahr ein glückliches werden kann?

Mehr lesen »

Prinzipien der Lebenspflege für jeden Monat

yangsheng-dezember-001

Für jeden Monat verschiedene Nahrungsmittel und die Pflege besonderer Alltagsgewohnheiten vorgeschlagen, die dazu beitragen sollen, Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten. Wir haben diese Tipps ein Jahr lang für Sie gesammelt und übersetzt und nun hier zusammengestellt.

Mehr lesen »

Gedanken zum Jahr des Affen

Von Irmgard Enzinger

Nach chinesischem Verständnis leben wir seit dem 8. Februar 2016 im Jahr des Feuer-Affen. Es gibt zahlreiche Prognosen: Ein unruhiges Jahr soll es werden, in dem es auf und ab geht. Viele Möglichkeiten können sich ganz plötzlich und schnell ergeben. Sie führen mal zu viel und mal zu wenig, und auf alle Fälle wird es einem nicht langweilig werden. Als schlauer Kopf gilt er, der Affe, und als Spieler. Er zeigt sich mutig und auffallend frei von Selbstzweifeln. Man liebt ihn oder ärgert sich über ihn als einen unabhängigen Kerl, der sich nicht gerne an Regeln hält und das Unkonventionelle liebt. Er soll etwas Schillerndes an sich haben und zugleich etwas ganz Reines, weil er so geradeheraus und ohne Umschweife handeln kann.

Affe, Linolschnitt von Irmgard Enzinger

Affe, Linolschnitt von Irmgard Enzinger

Vielleicht lässt sich sein Wesen besser verstehen, wenn man es in der Symbolsprache der altchinesischen Weltdeutung betrachtet, also erst einmal zu den alten Vorstellungen zurückgeht, die dem chinesischen Horoskop zugrunde liegen: Das sind die zehn so genannten „Himmelsstämme“, die ein Jahr der Wandlungsphase Wasser, Holz, Feuer, Erde oder Metall zuordnen, und natürlich die zwölf „Erdzweige“, die der Volksmund zu den zwölf Tieren des Horoskops gemacht hat. Und es geht auch um Kräfte wie Yin 阴 und Yang 阳 und die fünf Wandlungsphasen, und, nicht zu vergessen, um die Hexagramme des „Buchs der Wandlungen“ Yijing 易经.

Mehr lesen »

Peng Zu, der chinesische Methusalem

Von Irmgard Enzinger

Gesund ein hohes Alter zu erlangen, dieses Glück hat in China einen eigenen Namen: shou 壽, das Glück des langen Lebens. Die Symbolfigur des legendär hohen Alters, gewissermaßen eine Entsprechung zum biblischen Methusalem, heißt in China Peng Zu 彭祖. Wie Methusalem lebte auch Peng Zu in ferner Vergangenheit: „Er hatte gegen Ende der Yin-Dynastie ein Alter von siebenhundertsechzig Jahren erlangt, ohne hinfällig geworden zu sein“, weiß der berühmte Daoist Ge Hong 葛洪 (ca. 280–340) weit über tausend Jahre später über ihn zu berichten.

 

Pengzu Bart und Beule

Mehr lesen »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – chinesischer und deutscher Text

Von Andrea Stocken

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er, von denen jedes im Original aus acht Versen à fünf Schriftzeichen besteht, beschreiben in bildhafter Weise den Prozess des menschlichen Daseins von vor der Geburt über die Geburt und den zu diesem Zeitpunkt einsetzenden „Verfall“ – wenn man nicht achtgibt, schwächen Sinneseindrücke, Gedanken, übermäßige Gefühle, in die man sich verstrickt, zunehmend die Lebenskraft – über Übungen, um den Alterungsprozess anzuhalten und umzukehren, bis hin zur Rückkehr in den Zustand des Einsseins. Dabei werden immer wieder die komplementären Gegensätze Yin und Yang angesprochen, z.B. Jade und Gold, Meeresgrund und Berggipfel, Regen und Donnerschlag, Mondhase und Sonnenrabe, Ruhe und Bewegung.

Lesen Sie dazu auch Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung. Mehr lesen »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung

Von Andrea Stocken

Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Sie ist so populär, dass sie auch als Romanfigur bei Jin Yong (金庸), dem Verfasser zahlreicher Kämpferromane (武侠小说 wuxia xiaoshuo) auftaucht. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Sowohl sie als auch ihr Mann begannen erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 50 Jahren, intensiv daoistische Übungen zu betreiben; Sun Bu’er soll, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann überholt haben. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, voll und ganz dem Studium und der Meditation widmete, sich also „nicht zweiteilte“. Mehr lesen »

Unter dem Himmel gibt es Berge: Zum Jahr der Ziegen und Schafe

Von Irmgard Enzinger

Mit dem 18. Februar 2015 beginnt im chinesischen Mondkalender ein Jahr der Ziegen und Schafe. Denn beide, Schafe wie Ziegen, heißen auf Chinesisch yang 羊 und gehören zur gleichen Tierfamilie. Modern und biologisch gesprochen benennt das Zeichen yang 羊 innerhalb der Familie der Hornträger die gesamte Unterfamilie der ziegenartigen Tiere, und zu diesen zählen neben den Ziegen shanyang 山羊 eben auch alle Schafe mianyang 绵羊  und nicht zuletzt auch die Steinböcke yuanyang 羱羊.

Mehr lesen »

Rätselsprüche und das Leben

9596205_111057067389_2
„Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig.“ Die Sphinx gab dieses Rätsel auf und all diejenigen, die die richtige Antwort nicht kannten, wurden verschlungen.
Sharon Small führt uns zu zwei Rätseln, die in dem daoistischen Werk Zhuangzi zu finden sind. Wer die Antwort nicht kennt, bleibt verschont, die Freunde aber, die die Antwort erkennen, brechen in herzliches Gelächter aus und erfreuen sich der Innigkeit ihrer Freundschaft. Der Schlüssel zu den Rätseln liegt genau in diesem Lachen und im Leben selbst.
Sharon Smalls Text in englischer Sprache bringt uns diese daoistischen Rätsel und ihre Lösung nahe.
Zum Download »»