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Kultur und Philosophie

Das Jahr des Hahns

Von Irmgard Enzinger

Seit dem 28. Januar 2017 befinden wir uns nach dem traditionellen chinesischen Kalender im Jahr ding you 丁酉. Es ist ein Jahr des Hahns, denn das Tierkreiszeichen „Hahn“ entspricht im Mondkalender dem Erdzweig you 酉. Speziell handelt es sich in diesem Jahr um einen „Feuer“-Hahn, huoji 火鸡, denn der Himmelsstamm ding 丁 wird auch als „Yin-Feuer“ verstanden.

Was kann man sich unter einem Hahnen-Jahr vorstellten? Was sagen die alten chinesischen Konzepte und Schriften über den Erdzweig you aus? Welche Themen rücken sie in den Vordergrund? Und lassen sich daraus Einsichten gewinnen, damit dieses Jahr ein glückliches werden kann?

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Prinzipien der Lebenspflege für jeden Monat

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Für jeden Monat verschiedene Nahrungsmittel und die Pflege besonderer Alltagsgewohnheiten vorgeschlagen, die dazu beitragen sollen, Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten. Wir haben diese Tipps ein Jahr lang für Sie gesammelt und übersetzt und nun hier zusammengestellt.

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Gedanken zum Jahr des Affen

Von Irmgard Enzinger

Nach chinesischem Verständnis leben wir seit dem 8. Februar 2016 im Jahr des Feuer-Affen. Es gibt zahlreiche Prognosen: Ein unruhiges Jahr soll es werden, in dem es auf und ab geht. Viele Möglichkeiten können sich ganz plötzlich und schnell ergeben. Sie führen mal zu viel und mal zu wenig, und auf alle Fälle wird es einem nicht langweilig werden. Als schlauer Kopf gilt er, der Affe, und als Spieler. Er zeigt sich mutig und auffallend frei von Selbstzweifeln. Man liebt ihn oder ärgert sich über ihn als einen unabhängigen Kerl, der sich nicht gerne an Regeln hält und das Unkonventionelle liebt. Er soll etwas Schillerndes an sich haben und zugleich etwas ganz Reines, weil er so geradeheraus und ohne Umschweife handeln kann.

Affe, Linolschnitt von Irmgard Enzinger

Affe, Linolschnitt von Irmgard Enzinger

Vielleicht lässt sich sein Wesen besser verstehen, wenn man es in der Symbolsprache der altchinesischen Weltdeutung betrachtet, also erst einmal zu den alten Vorstellungen zurückgeht, die dem chinesischen Horoskop zugrunde liegen: Das sind die zehn so genannten „Himmelsstämme“, die ein Jahr der Wandlungsphase Wasser, Holz, Feuer, Erde oder Metall zuordnen, und natürlich die zwölf „Erdzweige“, die der Volksmund zu den zwölf Tieren des Horoskops gemacht hat. Und es geht auch um Kräfte wie Yin 阴 und Yang 阳 und die fünf Wandlungsphasen, und, nicht zu vergessen, um die Hexagramme des „Buchs der Wandlungen“ Yijing 易经.

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Peng Zu, der chinesische Methusalem

Von Irmgard Enzinger

Gesund ein hohes Alter zu erlangen, dieses Glück hat in China einen eigenen Namen: shou 壽, das Glück des langen Lebens. Die Symbolfigur des legendär hohen Alters, gewissermaßen eine Entsprechung zum biblischen Methusalem, heißt in China Peng Zu 彭祖. Wie Methusalem lebte auch Peng Zu in ferner Vergangenheit: „Er hatte gegen Ende der Yin-Dynastie ein Alter von siebenhundertsechzig Jahren erlangt, ohne hinfällig geworden zu sein“, weiß der berühmte Daoist Ge Hong 葛洪 (ca. 280–340) weit über tausend Jahre später über ihn zu berichten.

 

Pengzu Bart und Beule

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Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – chinesischer und deutscher Text

Von Andrea Stocken

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er, von denen jedes im Original aus acht Versen à fünf Schriftzeichen besteht, beschreiben in bildhafter Weise den Prozess des menschlichen Daseins von vor der Geburt über die Geburt und den zu diesem Zeitpunkt einsetzenden „Verfall“ – wenn man nicht achtgibt, schwächen Sinneseindrücke, Gedanken, übermäßige Gefühle, in die man sich verstrickt, zunehmend die Lebenskraft – über Übungen, um den Alterungsprozess anzuhalten und umzukehren, bis hin zur Rückkehr in den Zustand des Einsseins. Dabei werden immer wieder die komplementären Gegensätze Yin und Yang angesprochen, z.B. Jade und Gold, Meeresgrund und Berggipfel, Regen und Donnerschlag, Mondhase und Sonnenrabe, Ruhe und Bewegung.

Lesen Sie dazu auch Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung. Mehr lesen »

Die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er – Einführung

Von Andrea Stocken

Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Sie ist so populär, dass sie auch als Romanfigur bei Jin Yong (金庸), dem Verfasser zahlreicher Kämpferromane (武侠小说 wuxia xiaoshuo) auftaucht. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Sowohl sie als auch ihr Mann begannen erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 50 Jahren, intensiv daoistische Übungen zu betreiben; Sun Bu’er soll, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann überholt haben. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, voll und ganz dem Studium und der Meditation widmete, sich also „nicht zweiteilte“. Mehr lesen »

Unter dem Himmel gibt es Berge: Zum Jahr der Ziegen und Schafe

Von Irmgard Enzinger

Mit dem 18. Februar 2015 beginnt im chinesischen Mondkalender ein Jahr der Ziegen und Schafe. Denn beide, Schafe wie Ziegen, heißen auf Chinesisch yang 羊 und gehören zur gleichen Tierfamilie. Modern und biologisch gesprochen benennt das Zeichen yang 羊 innerhalb der Familie der Hornträger die gesamte Unterfamilie der ziegenartigen Tiere, und zu diesen zählen neben den Ziegen shanyang 山羊 eben auch alle Schafe mianyang 绵羊  und nicht zuletzt auch die Steinböcke yuanyang 羱羊.

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Rätselsprüche und das Leben

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„Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig.“ Die Sphinx gab dieses Rätsel auf und all diejenigen, die die richtige Antwort nicht kannten, wurden verschlungen.
Sharon Small führt uns zu zwei Rätseln, die in dem daoistischen Werk Zhuangzi zu finden sind. Wer die Antwort nicht kennt, bleibt verschont, die Freunde aber, die die Antwort erkennen, brechen in herzliches Gelächter aus und erfreuen sich der Innigkeit ihrer Freundschaft. Der Schlüssel zu den Rätseln liegt genau in diesem Lachen und im Leben selbst.
Sharon Smalls Text in englischer Sprache bringt uns diese daoistischen Rätsel und ihre Lösung nahe.
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Bookworm Literary Festival (BLF)

Von Yulia Pohlmann und Uta Weigelt

Vom 7. bis 21. März 2014 findet wieder das Bookworm Literatur-Festival in Peking und anderen chinesischen Städten statt.

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Seit das Bookworm Literary Festival (Laoshuchong wenxuejie) 老书虫文学节, kurz BLF, vor acht Jahren zum ersten Mal in Peking stattfand, hat es sich von einer kleinen, nur Insidern bekannten Veranstaltung zu einem internationalen Ereignis gemausert. Von Anfang an war es Ziel der Organisatoren, nationale und internationale Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler zu einem Gedankenaustausch zusammenzuführen und ihre Werke und Ideen dem Publikum vorzustellen. Viele befassen sich mit Themen rund um Chinas Geschichte, Kultur, Ökonomie und Ökologie. Heute ist das Bookworm Literaturfestival ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens Pekings, ja Chinas. In diesem Jahr wird es mit 120 Beteiligten aus 25 verschiedenen Ländern größer sein als je zuvor. Unter ihnen sind der preisgekrönte, amerikanische Romanschriftsteller David Vann, der pakistanisch-kanadische Schriftsteller, Übersetzer und Essayist Musharraf Ali Farooqi sowie die haitianisch-kanadische Autorin Dany Laferreire. Auch der bekannte chinesische Romanautor Yan Lianke gibt sich die Ehre; Mai Jia stellt sein Buch Decoded vor, das im März in englischer Übersetzung erscheinen wird. Der isländische Autor und Dichter Sjón, der schon mit Björk zusammen-gearbeitet hat, Schottlands offizielle Nationale Dichterin Liz Lochhead und Xi Chuan, einer von Chinas einflussreichsten Dichtern sind nur drei von den vielen internationalen Dichtern, die aus ihrem Werk lesen und mit den Besuchern diskutieren werden.

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Im Bereich Sachliteratur bespricht der Brite Jonathan Fenby zwei seiner Titel: Will China Dominate the 21st Century? und The Siege of Tsingtao. Der Amerikaner Adam Minter stellt sein hochgepriesenes Buch Junkyard Planet vor. Im Rahmen des Lesungen zum Internationalen Frauentag stellt Leta Hong Fincher ihren in Kürze erscheinenden Titel Leftover Women: The Resurgence of Gender Inequality in China vor.

Darüber hinaus diskutieren Journalisten, Wissenschaftler und Schriftsteller aus Indien, Russland und dem Westen in verschie-denen Panels zu Themen wie Nachhaltigkeit, Zivilgesellschaft, Urbanisierung und Kunst. Während des Festivals haben die Besucher auch die Möglichkeit in Schreibwerkstätten an Schreib- und Übersetzungskursen teilzunehmen. Natürlich dürfen auch die kleinen Bücherwürmer nicht zu kurz kommen. Kinderbuchautoren und Illustrationen stellen in speziellen Veranstaltungen für die kleinsten Leser ihre Bücher und Hauptakteure vor.

Veranstaltungsorte des Bookworm Literary Festival sind neben den drei Bookworm-Cafes in Peking, Chengdu und Suzhou Hochschulen, Schulen und Buchhandlungen in Peking, Chengdu, Suzhou, Chongqing, Tianjin, Shanghai, Ningbo und – in diesem Jahr zum ersten Mal – auch in Kunming. Das Organisationsteam, das neben einigen Festangestellten aus vielen frei-willigen Helfern bestehlt, hat sich zum Ziel gesetzt, das Bookworm Literary Festival in den nächsten Jahren noch weiter zu vergrößern. Inzwischen hat es international schon so viel Anerkennung gewonnen, dass es in die Gruppe der Word Alliance aufgenommen worden ist und damit zu den acht wichtigsten Literaturfesten der Welt zählt.

Für diejenigen, die nicht dabei sein können, empfehlen wir einen Besuch auf der Webseite http://bookwormfestival.com, um sich einen Überblick über das Festival zu verschaffen.

„Wenn sie wütend sind, kehren sie einander den Hintern zu und schlagen aus“

Anmerkungen zum Jahr des Pferdes

Von Irmgard Enzinger

Pferde-Karte 2014

Mit dem chinesischen Neujahrstag am 31. Januar 2014 beginnt nach dem traditionellen Mondkalender das Jahr jiǎ wǔ 甲午. Der Volksmund nennt es ein Jahr des Pferdes; das Pferd wird in diesem Jahr von der Wandlungsphase Holz regiert. Den vielen, in ihren Grundzügen oft ähnlichen Erwartungen und Befürchtungen, die von mehr oder weniger berufenen Horoskop-Spezialisten an dieses Jahr herangetragen werden, liegen bestimmte Zuschreibungen zu Grunde, welche der Himmelsstamm jiǎ und der Erdzweig  wǔ im alten chinesischen Weltverständnis erfahren haben. Diesen Zuschreibungen und der Frage nach den hier relevanten Wesenszügen des Pferdes widmet sich dieser Artikel. Mehr lesen »