Skip to Content

Gesehen und Gelesen

„Die optimale Mitte ist ein sich bewegender Punkt.“ Markus Rupperts Buch hat das Zeug zum Standardwerk

Von Georg Patzer

Qigong-Ruppert

Um gleich beim Schluss anzufangen: So ein sensibles, präzises Buch hab ich noch selten gelesen, vielleicht noch nie. Ich weiß nicht, wie viel richtige Neulinge damit anfangen können, aber fortgeschrittene Anfänger werden es lieben. Und viel benutzen, hoffentlich.

Mehr lesen »

Dao Shi: Qigong im Wechsel der Jahreszeiten – Die Übungen des Chen Tuan

Von Irmgard Enzinger

Die bäuerliche Feldarbeit kann nur im Einklang mit der Natur und ihren Jahreszeiten Frucht bringen. Als Orientierungshilfe teilt der chinesische Bauernkalender daher das Jahr in 24 Klimaperioden ein:
Frühlingsbeginn lìchūn 立春, Regenwasser yǔshuǐ 雨水, Erwachen der Insekten jīngzhé 惊蛰, Frühlings-Tag- und Nachtgleiche chūnfēn 春分, Klares Leuchten qīngmíng 清明, Getreide-Regen gǔyǔ 谷雨, Sommerbeginn lìxià 立夏, Kleine Fülle xiǎomǎn 小满, Körner mit Grannen mángzhòng 芒种, Sommersonnenwende xiàzhì 夏至, Kleine Hitze xiǎoshǔ 小暑 , Große Hitze dàshǔ 大暑, Herbstbeginn lìqiū 立秋, Ende der Hitze chǔshǔ 处暑, Weißer Tau báilù 白露, Herbst-Tages- und Nachtgleiche qiūfēn 秋分 , Kalter Tau hán lù 寒露, Raureif fällt shuāngjiàng 霜降, Winterbeginn lìdōng 立冬, Kleiner Schnee xiǎoxuě 小雪, Große Schnee dàxuě 大雪, Wintersonnenwende dōngzhì 冬至, Kleine Kälte xiǎo hán 小寒 und Große Kälte dà hán 大寒.
Jede dieser Klimaperioden umfasst etwa vierzehn Tage, und ihre Datierung richtet sich nach dem Stand der Sonne.

Chen Tuan

Chen Tuan

Auch wir Menschen sind seelisch wie körperlich dem Wandel der Jahreszeiten unterworfen. Daher lehrt die chinesische Medizin, die Lebenskraft Qi 气 dem Jahreskreis entsprechend zu pflegen, indem man die Schlaf- und Essgewohnheiten nach ihnen ausrichtet.

Mehr lesen »

„Die Volksrepublik der Anmesie“

Von Heike Kraemer

Während meines ersten Studienjahres gingen in Peking und anderen Städten Chinas erst die Studenten und Studentinnen, dann viele Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung auf die Straße. In München verfolgten wir die Ereignisse erst mit Begeisterung, später mit Sorge und Unruhe und zum Schluss mit Entsetzen. In meinem persönlichen historischen Gedächtnis sind die Ereignisse auf dem Tiananmen-Platz am 4. Juni 1989 noch sehr nah. Aber es ist schon ein Vierteljahrhundert vergangen. Zum 25. Jahrestag hat die amerikanische Journalistin Louisa Lim das sehr berührende Buch The People’s Republic of Amnesia. Tiananmen Revisited veröffentlicht.

Louisa_Lim
Mehr lesen »

Ai Weiwei in Berlin

Von Heike Kraemer

Die Ausstellung Ai Weiwei – Evidence ist noch bis zum 7. Juli im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.
Ai Weiweis Arbeiten in dieser Ausstellung können als ästhetische Objekte wahrgenommen werden. Eine Halle voller hölzerner runder Hocker, die eine zweite Bodenebene mit ganz eigenem Muster bilden, und unter der die Beine der Hocker ein dichtes Stangengewirr formen. Verbogene Betonarmierungen aus Marmor, einfache Plastikkleiderbügel nachgebaut aus Bergkristall, Handschellen aus Jade, eine dreidimensional kartographisch schematisierte Inselgruppe aus Marmor, Flusskrebse aus Porzellan. Allerdings sind die Werke im Westen kaum zu verstehen ohne die Erklärungen und das Hintergrundwissen, das auf Texttafeln gegeben wird. Die politische Interpretation wird in den Texten gleich mitgeliefert und kann überall nachgelesen werden.

Vasen aus der Han-Dynastie (202 v. Chr. – 220 n. Chr.) und Autolack, ® Ai Weiwei

Vasen aus der Han-Dynastie (202 v. Chr. – 220 n. Chr.) und Autolack, ® Ai Weiwei

Mehr lesen »

Ein Rind? – Alltagschinesisch im Internet

Von Heike Kraemer

image
Ein Rindvieh grinst uns auf der Webseite www.new-chinese.org an. Das Rind heißt niu , gesprochen wie das englische new. Aufgrund dieser praktischen Klanggleichheit kann Rind im heutigen Chinesisch eben auch „neu“ meinen.
Die Seite ist eine wahre Fundgrube, nicht nur für alle, die Chinesisch lernen, sondern auch für alle, die sich für das Alltagsleben in China interessieren.
Mehr lesen »

Chinesische Lampen?

Braun_6
Im Garten eines Restaurants in München steht eine Bank mit dieser merkwürdig gestalteten Rückenlehne. Chinesisch anmutende Lampen hängen über zwei Welten, mit denen zwei bayerische (?) Löwen spielen.
Entdeckt von Heike Kraemer

The Grandmaster – Kraftvoll und bildgewaltig, subtil und rätselhaft zugleich

Von Caroline Roblitschka und Andrea Stocken

Grandmaster_Poster

Ein spektakulärer Kampf im Stil von „Einer gegen Alle“, ästhetisch und bildgewaltig choreographiert, und die Botschaft, dass es sich beim Kungfu nur um die Frage dreht, ob „waagrecht“ oder „senkrecht“ – wer zuletzt noch steht, hat gewonnen, egal welcher der Kampfkünste er sich dabei bedient.

Diese erste Szene von Wong Kar Wais neuestem Film The Grandmaster (一代宗师 Yī dài zōng shī) macht bereits klar, dass man hier keine tiefgründigen philosophischen Betrachtungen zu erwarten hat, und ebenso schließt der Film auch, ähnlich einem Werbespot, mit der Frage „Was ist dein Stil?“

Mehr lesen »

Drachenmädchen – ein Film, der Fragen offen lässt

Von Andrea Stocken

Die Dokumentation „Drachenmädchen“ begleitet den Schulalltag einiger Mädchen der Tagou-Schule in Dengfeng, Provinz Henan. Die Schule ist mit ca. 35.000 Schülern das größte Wushu-Internat Chinas.

Zu Wort kommen drei Schülerinnen im Alter von neun, 15 und 17 Jahren, ihre Eltern oder Großeltern, der Schulleiter, ein Trainer und eine Trainerin sowie ein Mönch des Shaolin-Klosters.

In den Interviews klingt Vieles nur an. Das liegt natürlich daran, dass bei diesen Gesprächen mit Dolmetschern und Schulpersonal immer auch genügend „Offizielle“ dabei sind und die Interviewten sich daher recht genau überlegen, was sie sagen. Trotzdem erfährt man viel von der Einsamkeit der Mädchen, die ihre Eltern, die häufig in einer fernen Großstadt arbeiten, oft nicht einmal mehr am Neujahrsfest sehen, zu dem eigentlich traditionell alle Familienmitglieder an den Heimatort zurückkehren.

Mehr lesen »